Fachbeiträge · Management-Buy-In (MBI)
Branchen-Problem bei der Nachfolge-Regelung in der Gastronomie: Wie macht man den Betrieb ‚nachfolgefähig‘?
Bringen wir es auf den Punkt: Die Zeit der Kneipen, ehedem Treffpunkt und Informationszentrum für die urbane Gesellschaft, ist in seiner ursprünglichen Form endgültig vorbei. Andererseits: die Betreiber der klassischen Gastronomie drücken Konsumentenzurückhaltung, explodierende Kosten bei Personal, Lebensmitteln und Energie und gleichzeitigen Problemen bei der Suche nach geeignetem Personal, und fehlende Alternativen, das Geschäft zu beleben. Auf dieser Basis kann keine Nachfolge stattfinden.
Etwas überraschend weist jedoch der Leerstandsreport 2024 in der Studie der CIMA Beratung + Management GmbH, Köln eine nirgends höhere Nachfrage nach Ladenlokalen aus als in der Gastronomie. Es ist daher die Frage zu stellen, was in der Gastronomie eigentlich nachfolgefähig ist.
Sofern der Betreiber des Ladenlokals gleichzeitig auch sein Inhaber ist, kommt man noch recht glimpflich davon. Hier, aber auch im anderen Fall, sind erfolgversprechende Ansätze in diesem Zusammenhang die Abbildung öffentlichen Bedarfes oder die sog. ‚Umwidmung‘, im Grunde die Revision des Geschäftsmodells. Dies bedeutet aber auch für den Altinhaber, den Willen und die Fähigkeit aufzubringen, diesen Wandel intensiv zu unterstützen und in der Startphase zu begleiten.
Dazu einige Beispiel: Servicebedarfe wären das Angebot eines 'Mutter-Kind-Cafés' oder die Erweiterung des Serviceangebotes von B2C auf B2B, um kleine Unternehmen ohne Mittagstisch mit Food auf Rädern mittags zu beliefern, um deren Mitarbeiter zu binden und die eigene Auslastung sicherzustellen. Eine Umwidmung wäre der Wechsel von Kneipe auf Lifestyle-Gastronomie mit eigenen Kreationen, welche Trinkgelder für das Service-Personal sichert und es damit bindet, oder die Erweiterung eines Cafés zugunsten einer Bäckerei-Einheit. Weiterhin die Ergänzung des reinen Getränkeausschankes oder des reinen Abendtisches durch eine ‚Kaffee-und-Kuchen-Karte‘ für den Nachmittag. Oder, wo es sich anbietet und die entsprechende Klientel präsent ist, die Umwandlung in eine Bar mit hoher Marge, derzeit durchaus trendy. Schließlich die Einrichtung von Co-Working-Spaces für das büro-lose Online-Business mit Nutzungsgebühren für gutes WLAN und Stromanschlüssen an den Tischen.