Fachbeiträge · Familieninterne Nachfolge und MBO
Über die mentale Barriere des Seniors: Was das `Lebenswerk‘ eigentlich ist – und die Sache mit dem ‚Loslassen‘
Mit Recht ist der Senior-Chef stolz auf das Aufgebaute und welcher innere Wert der Firma daraus herzuleiten ist. Dieses ‚Lebenswerk‘ solle doch Bestand haben, möglichst unverändert. Doch dies ist nicht die Intention von Nachfolge, sondern einer Stiftung und ist im Stiftungszweck hinterlegt. Im Sinne eines erfolgreichen Übergangs auf einen Nachfolger ist es jedoch zielführender, den Begriff des ‚Lebenswerkes‘ konstruktiver zu fassen.
Die aktuell dramatische Wandlung von Produktion und Dienstleistung mit Richtung Automatisierung, Digitalisierung und ihren operativen Darstellungsformen des Online Marketing und der Künstlichen Intelligenz wird die ständige Wandlung des Geschäftsmodells nicht zur Ausnahme, sondern zur Regel machen. Nach Bestandsaufnahme durch den Nachfolger ist dies der unbedingte Inhalt von Nachfolge. Das Lebenswerk des ausscheidenden Seniors ist der Blick in die Vergangenheit: die erfolgreiche Sorge für die eigene Familie in puncto finanzieller Sicherheit und Bildungschancen für die Kinder, das gelungene Teamwork, die hohe Arbeitsmotivation, Fortbildungsmöglichkeiten für alle Kollegen und die faire Bezahlung der Mitarbeiter mit der manchmal überdurchschnittlichen Verweildauer im Unternehmen. Weiterhin die bis zur Übergabe vorzeigbare Marktpositionierung, die überhaupt erst einen Nachfolger angelockt hat. Letztlich auch die Motivation und die Möglichkeiten des Unternehmers, etwas gestalten zu können.
Daher: wer Nachfolger sucht, sollte Nachfolge möglich machen, statt einen Denkmalpfleger zu suchen.