Fachbeiträge · Verwertung des Betriebsvermögens
Die Darstellung des Lagerbestandes: Woran die Verwertung scheitern kann
Ein unaufgeräumtes Lager wirkt auf Käufer wie ein Risiko-Friedhof, ein strukturiertes Lager wie Barvermögen. Daher sollte man im Falle des Warenverkaufes ab Lager eine Prozessfolge zur Verkaufsoptimierung der Bestandsführung beachten, die sowohl den Gesamt- als auch den Paket-Verkauf für brancheninterne Interessenten oder Aufkäufer wichtig sein wird.
Zunächst ist eine ABC- und Altersstrukturanalyse vorzunehmen, wobei das Ziel, die älteste Ware zuerst abzusetzen, nicht immer realistisch ist, z.B. bei Elektronikartikeln. Danach sollte die Optimierung der Bestandsführung für den Käufer erfolgen, wobei jedes Teil digital mit aktuellem Marktpreis, Aufenthaltsdauer und Lagerortzuweisung ausgewiesen werden sollte. Das Auge kauft mit – auch im B2B-Bereich, daher ist physische Ordnung angezeigt – wer ein unaufge-räumtes Lager zeigt, suggeriert auch Chaos in der Buchhaltung / Bestandsführung. Schließlich ist die steuerliche und rechtliche Vorbereitung relevant: Der Steuerberater prüft, ob veraltete Bestände bereits wertberichtigt wurden. Sicherzustellen ist, dass alle Waren im Lager vollständig bezahlt sind und keine Eigentumsvorbehalte Dritter, z.B. Lieferanten bestehen.
Das Lager sollte per "Sofort-Lieferfähigkeit" angeboten werden können. In Zeiten von Lieferkettenproblemen ist ein volles Lager mit gängiger B2B-Ware oft attraktiver als der Kundenstamm selbst, da es sofortigen Cashflow generiert.
Ein potenzieller Interessent wird den Bestand einer betriebswirtschaftlichen Tiefenprüfung unterziehen. Dazu gehört die Prüfung von Dokumentation & Gewährleistung mit Garantie-Check: Herstellergarantien, Zertifikate, Lizenzen und Originalverpackungen. Eine detaillierte Zusammenfassung im Exposé kann einen Teil der ‚Preisdrückerei‘ vermeiden.